MutterTag oder so …

Muttertag – was genau ist damit eigentlich gemeint? Wo stammt der Feiertag genau her? Was feiern wir denn da wirklich? Muss man den Muttertag feiern? Muss man danken ohne es so zu meinen?

Viele Fragen zu so einem Tag, der so angepriesen und so beworben wird:

Ursprung:

Wo genau sein Ursprung liegt, kann nicht mit Sicherheit gesagt werden. Schon im alten Griechischen Reich wurde zu Ehren der Mütter ein Fest gegeben. Mit dem Zerfall des Reiches verlor sich auch diese Tradition.

In England zu Zeiten von Heinrich III. wurde der „mothering day“ eingeführt. Allerdings ging es an diesem Tag darum die ‚Mutter Kirche‘ zu feiern. Die gesamte Familie kam in der Kirche zusammen um gemeinsam diesen Tag zu feiern.

Es heißt, dass Anfang des 19. Jahrhunderts Napoleon einen Tag zu Ehren der Mütter einführen wollte. Mit seinem Ende 1815 wurde das jedoch nicht mehr umgesetzt.

Einen weiteren Versuch startet Julia Ward Howe im Jahr 1872 in Amerika. Sie war eine Frauenrechtlerin und sehr bekannt in der Frauenbewegung in dieser Zeit. Leider konnte sie sich noch nicht durchsetzen, mit dem Wunsch allen Müttern einen Tag zu widmen, an dem sie für ihre Mühen geehrt werden.

Erst Anna Jarvis konnte den Durchbruch erringen. Auch sie war eine bekannte Frauenrechtlerin. Sie organisierte für ihre eigene Mutter nach deren Tod (9.5.1905) am ersten Todestag eine Feier in der Kirche. Am Jahr darauf wurde die Feier schon ausgedehnt und allen Müttern gedacht. Viele viele weiße Nelken sollen eine Rolle gespielt haben. Das dieser Tag dann so ein ‚GeschenkeTag‘ wurde, hat Anna Jarvis nicht gewollt.

Im Jahr 1914 wurde der Muttertag in der USA anerkannt. In Deutschland dauerte es noch bis 1922 um die Mütter offiziell feiern zu können.

Leider wurde dann im Dritten Reich der Muttertag politisch missbraucht. Jede Frau war nur eine gute Frau, wenn sie dem Reich viele Kinder schenkte. Ab dem 8. Kind gab es des ‚goldene Mutterkreuz’…

Nach dem 3. Weltkrieg brachten die Amerikaner den Muttertag wieder in den Westteil von Deutschland. Im sowjetischen Teil Deutschlands wurde nur noch der Internationale Frauentag gefeiert.

Seit der Wiedervereinigung Deutschlands gibt es den Muttertag nun für alle Mütter am 2. Maisonntag jeden Jahres.

Geschenke, Geschenke, Geschenke … kaufen, kaufen, kaufen:

Leider ist es in unserer Gesellschaft der reine Kommerz geworden. Wochen vor dem Muttertag wird geworben was die Werbeindustrie so hergibt. Für meinen Geschmack viel zu viel.

Dankeschön für diese Kindheit:

In meinem Shop gibt es keine Bewerbung des Muttertag. Ich persönlich stehe mit dem Tag auf Kriegsfuß. Wird einem doch vorgegaukelt, dass alle Mütter es ‚verdient‘ haben, gefeiert zu werden. Noch schlimmer, man bekommt den Auftrag sich bedanken zu ‚müssen‘.

Kinder, die mit ihre Mama glücklich sind teilen das öfter als an einem Tag mit. Durch ihre eigenen Mittel und in ihrer eigen Intensität. Das ist gut und tut gut.

Wird es erwartet, bekommt so ein Tag schnell einen faden Beigeschmack.

Nein, nur weil man ein Kind geboren hat, ist man nicht gleich eine gute Mutter. Leider gibt es egoistische, verletzende, manipulierende, psychisch zerstörende, beleidigende und  beileidigte Mütter.

Wenn man als Kind lieber gar nicht geboren wäre, kann man schlecht nachvollziehen, warum man sich dann noch dafür bedanken soll.

Ich weiß, dass sich diese Kinder an diesem kommerziell so wichtigen Tag sehr sehr schlecht fühlen. Es gehört dann eine große Portion Mut dazu, diesem Zwang zu widersprechen und zu sagen…

„Nein, ich habe keine liebe- und verständnisvolle Mama. Keine, die mich unterstützt und mich so nimmt wie ich ebend bin. Keine, die nie die Hand gegen mich erhoben hat. Keine, die akzeptiert, dass mein Leben anders verläuft als ihres. Keine, die als liebende Oma ihre Enkel genießen kann. usw.“

Ich weiß, dass diese Mütter auch ihr Bestes gegeben haben. Ich habe Verständnis, dass da nicht mehr möglich war. Aber das muss nicht gefeiert und bedankt werden. Jeder hat jeden Tag die Möglichkeit, sich selbst weiter zu entwickeln. Jeden Tag etwas anders zu machen. Sich hinzustellen und zu behaupten es liegt beim jeweils anderen, ist die einfachste Lösung. Dann muss man auch damit leben, dass niemand von den eigenen Kindern kommt, zum Danken und Feiern.

Wenn man allerdings eine Mama hat, die man ehe immer drücken und knutschen könnte. Die immer für einen da war und noch ist…

Rose zum Muttertag

… natürlich darf die heute gefeiert werden.

Auch meine Kinder dürfen heute mit mir feiern, natürlich… allerdings nur, wenn sie es wirklich wollen. Ich erwarte da überhaupt nichts und bin immer zu Tränen gerührt, wie schön Mutter-Kind-Verhältnisse sein können. Ich genieße es sehr mit meinen Kindern. Das ich selbst dieses Verhältnis nur mit meiner Oma (Küsschen zum Himmel) hatte, ist traurig. Aber ich bin ihr sehr dankbar. Durch sie habe ich erfahren dürfen, was bedingungslose Elternliebe bedeutet. Das ist die Grundlage für meine eigene Mutterrolle gewesen. So konnte ich eigene schlechte Erfahrungen ‚einfach‘ beseite legen und es anders machen.

Muttertagsgedicht
(von der Schule vorbereitet)

Meinem kleinen Sohn war es sehr unangenehm als ich Tränchen der Rührung verdrückt habe und es war ihm wichtig zu sagen, das er so schöne Gedichte leider nicht selbst schreiben kann.

Allerdings auch da die Frage, mussten alle Kinder dieses Gedicht schreiben?

In diesem Sinne…

… allen Müttern dieser Welt

Lasst euch feiern!

Sei lieb gedrückt

Suse